Sicherheit
Tobias Butz
5-Punkte-Check Gleitschirm
Bevor du beim Gleitschirmfliegen deinen ersten Schritt bergab machst, gibt es genau eine Routine, die niemals übersprungen werden darf: den 5-Punkte-Check . Er dauert weniger als eine Minute – und kann im Ernstfall dein Leben retten.
Dieser Artikel erklärt dir, was der 5-Punkte-Check ist, was du bei jedem Punkt konkret prüfst und warum er auch für erfahrene Piloten unverzichtbar bleibt.
- 1. Was ist der 5-Punkte-Check?
- 2. Die 5 Punkte im Detail
- 2.1 Pilot – Helm, Gurtzeug, Karabiner
- 2.2 Leinen – sauber, unverdreht, frei
- 2.3 Schirm – ausgelegt, Eintrittskante offen
- 2.4 Wind – Richtung, Stärke, Bedingungen
- 2.5 Luftraum – Luft- und Startraum frei?
- 3. Nach dem Check: Der Kontrollblick
- 4. Fazit
Was ist der 5-Punkte-Check?
Der 5-Punkte-Check, auch Startcheck genannt, ist ein systematischer Ablauf von Überprüfungen, die du als Pilot unmittelbar vor dem Start durchführst. Ziel ist sicherzustellen, dass ein sicherer Start und Flug – soweit vorhersehbar – möglich ist.
Er gehört zu den wichtigsten Sicherheitsmaßnahmen im Gleitschirmsport und wird von Flugschulen und Verbänden weltweit gelehrt. In Deutschland ist der DHV (Deutscher Hängegleiter-Verband) die maßgebliche Quelle für diesen Standard.
Wichtig: Verzögert sich der Start nach Abschluss des Checks, musst du den gesamten Check unmittelbar vor dem neuen Startversuch wiederholen .
Der 5 Punkte Check
1. Pilot – Helm, Gurtzeug, Karabiner
Der erste Blick gilt dir selbst. Prüfe der Reihe nach:
- Sitzt der Helm richtig und ist er verschlossen?
- Ist das Gurtzeug vollständig angelegt – besonders die Beingurte?
- Sind die Karabiner beidseitig eingehängt und geschlossen?
- Stecken die Splinten des Rettungsschirms in den Schlaufen, damit er sich nicht ungewollt öffnet?
2. Leinen – sauber, unverdreht, frei
Jetzt kontrollierst du die Verbindung zwischen dir und deinem Schirm:
- Liegen die Leinen sauber zwischen Tragegurt und Schirm?
- Gibt es Überwürfe, Knoten oder Verhakungen in Ästen oder Steinen?
- Ist der Beschleuniger frei und unverdreht?
- Sind die Tragegurte nicht verdreht oder durcheinander?
Ein Leinenproblem vor dem Start ist leicht zu beheben. In der Luft nicht mehr.
3. Schirm – ausgelegt, Eintrittskante offen
Bevor du aufziehst, schaust du dir deinen Gleitschirm noch einmal an:
- Ist er ordentlich ausgelegt?
- Ist die Eintrittskante offen – also nicht zusammengefallen oder eingerollt?
- Stehst du mittig zur Kappe?
Gerade an windigen Tagen kann der Schirm nach dem Auslegen verrutschen oder vom Wind wieder zusammengeschoben werden. Dieser Punkt stellt sicher, dass du das bemerkst, bevor du losläufst.
4. Wind – Richtung, Stärke, Bedingungen
Gleitschirmfliegen erfordert ein enges Windfenster. Prüfe:
- Kommt der Wind überwiegend von vorne?
- Liegt die Windstärke im vertretbaren Bereich (üblicherweise bis ca. 30 km/h)?
- Haben sich die Wetterbedingungen seit deiner letzten Einschätzung verändert?
An offiziellen Startplätzen gibt dir ein Windsack Orientierung über Richtung und Stärke. Ein Start bei starkem Rückenwind ist gefährlich bis unmöglich – und auch ein leichter Rückenwind ist zumindest nicht empfehlenswert.
5. Luftraum – Luft- und Startraum frei?
Als Letztes schaust du nach oben und in die Runde:
- Ist der Luftraum frei – kein anderer Gleitschirm, kein Hängegleiter in deiner Startlinie?
- Ist der Startplatz selbst frei?
Kollisionen in Bodennähe, also kurz nach dem Start, zählen zu den gefährlichsten Unfallszenarien im Gleitschirmsport. Dieser Punkt reduziert das Risiko erheblich.
Nach dem Check: Der Kontrollblick
Oft vergessen, aber unverzichtbar: Wenn du nach dem Check deinen Schirm aufziehst, wirfst du unmittelbar vor der Startentscheidung einen Kontrollblick auf die gesamte Kappe in der Luft. Erst jetzt ist das Fluggerät vollständig aufgebaut und kann beurteilt werden.
Die Startentscheidung – ja oder nein – fällt erst nach diesem Blick. Das klingt selbstverständlich, ist es aber nicht: Psychologisch fühlt sich das Aufziehen für viele Piloten bereits wie der Start an. Die klare Trennung dieser Phasen schützt dich vor voreiligen Entscheidungen.
Fazit: Eine Minute, die zählt
Der 5-Punkte-Check ist die letzte Kontrollinstanz vor einem Flug, in dem Fehler fatale Folgen haben können. Die Systematik ist einfach zu lernen und schnell durchgeführt. Entscheidend ist, dass du ihn jedes Mal, bei jedem Start konsequent anwendest – unabhängig davon, wie oft du schon geflogen bist.
Häufige Fragen
Was ist der 5-Punkte-Check beim Gleitschirmfliegen?
Der 5-Punkte-Check, auch Startcheck genannt, ist ein systematischer Ablauf von Überprüfungen unmittelbar vor dem Start: Pilot (Helm, Gurtzeug, Karabiner), Leinen, Schirm, Wind und Luftraum. Er dauert weniger als eine Minute und stellt sicher, dass ein sicherer Start und Flug – soweit vorhersehbar – möglich ist.
Welche 5 Punkte gehören zum Startcheck?
1. Pilot: Helm, Gurtzeug und Karabiner geschlossen, Beingurte angelegt. 2. Leinen: sauber, unverdreht und frei von Verhakungen. 3. Schirm: ordentlich ausgelegt, Eintrittskante offen. 4. Wind: Richtung von vorne, Stärke im vertretbaren Bereich. 5. Luftraum: Luft- und Startraum frei.